Brachytherapie
Die Behandlung des Prostatakarzinoms (Krebs der männlichen Vorsteherdrüse)
beim Mann mit Hilfe der permanenten Brachytherapie (Monotherapie) mit Jod 125 Seeds (= interstitielle Strahlentherapie)
Der Urologe Herr Dr. R. Djamali-Leonhard führt seit 2002 die Brachytherapie in München durch.
Herr Dr. R. Djamali-Leonhard ist Ärztlicher Leiter der Abteilung für Brachytherapie der Urologischen Klinik München Planegg und des Urologie-Centrum München sowie Inhaber der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz nach der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin (Strahlenschutzverordnung - StrlSchV) für die Permanente LDR-Brachytherapie der Prostata (A1 2.2.2.3).
Mit mehr als 150 Behandlungen pro Jahr gehört die von ihm geleitete Abteilung derzeit zu den drei größten Behandlungszentren in Deutschland.
Bei Rückfragen zur Brachytherapie wenden Sie sich bitte an info@urologie-muenchen.de oder vereinbaren Sie einen Termin in der Sprechstunde für Brachytherapie, Hanauerstr. 65, Telefon: 0049- 89-14990236.
PDF-Infoflyer – Beschreibung der Brachytherapie
Literatur
Inhalt zur LDR-Brachytherapie aus der Version 2.0 – 1. Aktualisierung 2011 der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), Leitlinienprogramm Onkologie der AWMW, Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Deutschen Krebshilfe e.V.: Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms (PDF-Kurzfassung / PDF-Langfassung)
The Management of Localized Prostate Cancer, Patient Guide – American Urological Association
Leitlinien für das lokalisierte Prostatakarzinom der European Association of Urology 2008
R. Djamali-Leonhard: Die permanente interstitielle Brachytherapie
Vorwort
Das Prostatakarzinom (PCA) ist im höheren Alter die häufigste Tumorerkrankung des Mannes mit steigender Tendenz. Optimierte und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durch den Urologen haben in den letzten Jahren zu einer zunehmenden Krebs-Früherkennung bei Patienten mit organbegrenztem Tumorstadium geführt, so dass gegenwärtig geeignete Therapieverfahren mit guten Heilungschancen bei Prostatakrebs zur Verfügung stehen.
Mögliche Behandlungsoptionen des lokalisierten Prostatakarzinoms sind für den Betroffenen, in Abhängigkeit seines Alters, seines Gesundheitszustands, der Tumorgröße und der Tumorausdehnung, das kontrollierte Zuwarten, die Radikaloperation, die externe Bestrahlung und die interstitielle Strahlentherapie mit Seeds = LDR-Brachytherapie.
Prinzip der Brachytherapie-Behandlung (Seedimplantation)
Nach ultraschallgestützter, computerassistierter 3-dimensionaler Dosisplanung werden in Narkose reiskorngroße, mit radioaktivem Jod angereicherte Strahlenkörper (Seeds) mit Hilfe spezieller Hohlnadeln über den Damm des Patienten ultraschallgesteuert in der Prostata abgelegt. Diese mit Titan umschlossenen Strahler sind mit feinen Gewebsfäden (sog. Strands) verknüpft, so dass ein Abwandern weitgehend verhindert wird.
Infolge des kurzen Abstandes der Strahlungsquelle zur Krebszelle kommt es zur Schädigung und Zerstörung der Krebszellen.
Im Gegensatz zur Bestrahlung von Außen (z.B. 3D konformale externe Bestrahlung, Protonenbestrahlung) muss die ionisierende Röntgenstrahlung bei der low dose Brachytherapie keine anderen Organe durchdringen (Haut, Darm, usw), da die Bestrahlung direkt vom Zentrum der Prostata erfolgt.
Durch diesen Vorteil, kombiniert mit einem steilen Dosisabfall an den Prostatagrenzen werden benachbarte Organe (Enddarm, Harnblase) nur mit der Dosis bestrahlt, welche diese Organe meist auch tolerieren.
Zu unterscheiden ist die von uns durchgeführte permanente LDR-Brachytherapie mit Seeds von der sog. HDR-Afterloadingtherapie, bei der in 4 bis 6 Sitzungen unter Narkose kurzeitige Strahler mit hoher Dosis in der Prostata platziert werden. Kombiniert wird dieses Verfahren in der Regel mit einer zusätzlichen externen Bestrahlung. Aufgrund der unseres Erachtens tumorbiologisch ungünstigeren Strahlendosis (hohe Dosis in kurzer Zeit) führen wir dieses Verfahren nicht durch.
Vorteile der LDR-Brachytherapie (Seeds) sind:
-
Einmalige Therapie (Monotherapie);
-
Ambulante oder kurzstationäre Durchführbarkeit;
-
das Erreichen einer hohen Strahlendosis im krebstragenden Organ;
-
geringe Gefahr der strahlungsbedingten Harninkontinenz;
-
geringere Gefahr der strahlungsbedingten Impotenz;
-
geringere Belastung für den Organismus während und nach der Behandlung;
-
im Vergleich zur externen Bestrahlung ein geringes Risiko für Enddarm und Harnblase;
-
keine Strahlengefahr für das soziale Umfeld des Behandelten bei Abschirmung der Strahlung in der Prostata;
günstige strahlenbiologische Situation bei langsamer und kontinuierlicher Bestrahlung der Krebszellen und Reparaturmöglichkeit und Regenerationsmöglichkeit der mitbestrahlten gutartigen Zellen;
mögliche selektive Bestrahlung durch mittels Bildgebung lokalisierter Krebsherde, mit der Möglichkeit der Erhöhung der Herddosis und der Bestrahlungsgrenzen (= fokussierte Brachytherapie des Prostatakarzinoms).
Wann ist die Brachytherapie sinnvoll?
Kandidaten für die Durchführung einer alleinigen Brachytherapie (Monotherapie) sind Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom.
Das Prostatavolumen sollte < 45 cc sein. Veränderungen / Erkrankungen des Enddarmes sollten ausgeschlossen sein.
(Einschlusskriterien gemäß der Europäischen und Amerikanischen Gesellschaft für Urologie und der American Brachytherapy society, ABS)
Ergebnisse
Die Langzeitergebnisse der alleinigen permanenten Brachytherapie bei Niedrigrisikotumoren sind mit einer Heilungsrate von über 90% der radikalen Operation gleichwertig.
Zeiltlicher Ablauf und Durchführung der Brachytherapie
Ist ein lokales Krebswachstum in der Prostata nachgewiesen, wird der Patient ca. 14 Tage vor Therapiebeginn im Rahmen der Vordiagnostik vom behandelnden Urologen, Strahlentherapeuten und Anästhesisten im Gespräch über Nutzen und Risiken der Behandlung aufgeklärt.
Hierbei bestimmt der Urologe die Größe und Lage der Prostata, um die Anzahl der für die Brachytherapie nötigen "Seeds" festzulegen.
Am Tag der Behandlung wird der Patient in Narkose in der so genannten Steinschnittlage (Rückenlagerung mit nach oben in der Hüfte gebeugten Beinstellung) positioniert.
Zu Beginn der Behandlung wird ein Katheter in die Harnblase eingelegt (Visualisierung der Harnröhre) und dem Patienten ein Antibiotikum und Schmerzmittel zur Infekt- bzw. zur Schmerzvorbeugung verabreicht.
Mit Hilfe einer speziellen Computer-Software (Dosisplanungssystem) wird vom Urologen, Strahlentherapeuten und Strahlenphysiker interdiziplinär gemeinsam anhand eines sonographischen ermittelten 3-dimensionalen Modells der Prostata die Anzahl und Dosisverteilung der zu platzierenden Strahler (Seeds) und deren 3D-Positionierungskoordinaten im Organ (Dosimetrie) ermittelt.
Jeder Seed kann somit am vorgesehenen Ort unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle innerhalb der Prostata über in das Organ eingeführte Hohlnadeln milimetergenau an der vorgesehen Stelle plaziert und abgelegt werden.
Optional optimiert werden kann der intraoperative Strahlenplan und die Plazierung der Seeds durch eine zuvor durchgeführte Kernspintomografie der Prostata oder eine HistoScanning-Untersuchung. Beide Verfahren können die Tumorlokalisation und lokale Tumorausdehnung häufig gut sichtbar machen, sodass die Tumorherde in der Prostata gezielt mit einer selektiv höheren Herddosis noch intensiver bestrahlt werden können, bei gleichzeitiger Strahlendosisreduktion im übrigen Prostatagewebe (= fokussierte Brachytherapie).
Bei einem einzelnen, sehr kleinen Tumorherd mit geringer Aggressivität, kann nach Einzelfallentscheidung auch nur eine gezielte selektive Therapie dieses Einzelherdes (= Ultrafokale Therapie) oder nur der betroffene Seitenlappen der Prostata (= fokale Therapie) erwogen werden.
Durch diese gezielte fokusierte Therapie können mögliche Nebenwirkungen noch weiter reduziert werden.
Vor Beendigung der Behandlung wird der Katheter wieder entfernt.
Jeder Patient erhält vor der Entlassung vom Urologen ein Informationsblatt für den Strahlenschutz bei im Körper befindlichen Strahlern und einen gemäß der Strahlenschutzverordnung vorgeschriebenen "Implantationsausweis" ausgehändigt.
2 bis 3 Tage nach der Behandlung stellt sich der Patient bei dem behandelnden Urologen zur Kontrolluntersuchung vor. Sofern sich der Patient über keine therapiebedingten Komplikationen beklagt und beschwerdefrei Wasser lassen kann, wird 4 bis 6 Wochen nach der Brachytherapiebehandlung im Computer-Tomogramm (CT) die Lage der Seeds kontrolliert (Qualitätskontrolle), um anhand dieser Ergebnisse die tatsächlich applizierte Strahlendosis berechnen zu können.
Nebenwirkungen
Typische initiale Nebenwirkungen sind eine gesteigerte Harndrangsymptomatik und eine mögliche erschwerte Blasenentleerung für ca. 2 bis 3 Monate.
Veränderungen der Harnblase oder des Enddarmes sind im Vergleich zur externen Bestrahlung selten.
Therapiebedingte Kontinenzprobleme treten bei weniger als 1% der behandelten Patienten auf.
Die Potenz bleibt initial unverändert; nach ca. 7 Jahren kommt es bei ca. 30 % der behandelnden Patienten zu einer Abnahme der sexuellen Leistungsfähigkeit.
Nachsorge
Nach Behandlung bleibt der Patient in regelmäßiger urologischer-strahlentherapeutischer Nachsorge, wobei neben der klinischen Untersuchung gezielt nach eventuellen Veränderungen in Bezug auf Sexualfunktion, Stuhlgangverhalten oder Beschwerden beim Wasserlassen gefragt wird.
Für eventuelle Fragen erreichen Sie uns unter folgender Adresse:
Dr. med. R. W. Djamali-Leonhard
Facharzt für Urologie
Hanauerstr. 65
D-80993 München
Tel: 089-14990236
Fax: 089-14990240
E-Mail-Formular









